Sonntag, Juli 09, 2006

Gratis DSL Flat: Die richtige Verkaufsfoerderung?

Seit Monaten überschlagen sich deutsche DSL-Anbieter im krampfhaften Kampf um Neukunden mit Sonderaktionen. Ganz aktuell lockt Strato Neukunden, indem es zur gratis DSL Flat, zusätzlich den Bereitstellungspreis erlässt - und DAS für alle verfügbaren Anschluss-Geschwindigkeiten.
Verbraucher, die sich für einen DSL-Anschluss von Strato entscheiden, müssen für die Anschlussvariante mit bis zu 2048 KBit/s Downstream und max. 384 KBit/s Upstream 19,95 Euro monatlich und für die 6016 Downstream bzw. 576 KBit/s-Leitung 24,95 Euro pro Monat berappen. Für diese Art von DSL-Anschlüssen ist die Flat im ersten Jahr gratis, danach ist man mit 6,90 EUR pro Monat dabei.
Dieses Preisdumping wird sicherlich zu einer Verkaufsförderung beitragen, ob sich die Akquise allein über den Preis - in einer Sparte in der zudem hohe Ansprüche an Service und nachhaltigem Support herrschen - langfristig bezahlt macht und der Marke und Image des betroffenen Unternehmnes keinen Schaden zufügt, bleibt zweifelhaft.
Fällt denn den Marketern ausser "Preise runter!" wirklich nichts mehr ein, um ihre Produkte vernünftig an den Markt zu bringen? Scheint so. Im Falle der Internet-Flat ist es für Verbraucher sogar positiv - für die Arbeitsplatzsicherheit und die Höhe der Gehälter von Mitarbeitern der derart operierenden Unternehmen allerdings weniger.

Samstag, Mai 13, 2006

Neu: XML und Schema Checker

Das moderne Web macht Datenaustausch und -Syndizierung zu einer Grundvoraussetzung unternehmerischen Erfolges. XML bietet als standardisiertes Datenformat alle Voraussetzungen für einen unkomplizierten, plattformunabhängigen Austausch von Daten, nicht zuletzt weil dadurch, letztendlich, strukturierte Formate ausgetauscht werden können.
Eine Grundvoraussetzung hierfür ist allerdings, dass besagte Dokumente, valide (oder zumindest wohlgeformt) sein müssen; invalide XML-Files werden nicht oder fehlerhaft verarbeitet. Der deutsche Validierungsdienst Validome bietet jetzt einen freien, mehrsprechigen Online-Service für XML Validation, den man auch auf die Überprüfung der Wohlgeformtheit einschränken kann. Erster Eindruck: Schnell, praktisch und sehr zuverlässig, vergleicht man die Aussagen verschiedener Tests mit dem altbekannten XMLSpy, der allerdings weder kostenlos noch online erhältlich ist.
Darüber hinaus, kann man mit dem neuen Checker auch ein XML Schema und DTD auf Validität überprüfen, sogar verschachtelte Dokumente werden zuverlässig validiert.
Bleibt nur zu hoffen, dass die Entwickler eine entsprechende Software als lokale Applikation herausbringen, die Zeit dafür wäre eigentlich reif.

Freitag, Januar 20, 2006

Werber von Matt dreht durch

Werbefuzzies gehen oftmals - auch geistig und verbal - eigene Wege. Doch sind sie in der Öffentlichkeit eher vorsichtig und bedacht mit ihren Aussagen, man will ja die Öffentlichkeit und potentielle Kunden nicht gleich verprellen.
Jean-Remy von Matt, der Stern am deutschen Werbehimmel, Vermarktungsprofessor und Mitinhaber der Agentur Jung von Matt aus Hamburg, zieht in einer eMail die an die Öffentlichkeit gelang, über Weblogs und deren Betreiber her und bezeichnet Blogs als "Klowände des Internets":
Von den Weblogs, den Klowänden des Internets. (Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern? Und die meisten Blogger sondern einfach nur ab. Dieser neue Tiefststand der Meinungsbildung wird deutlich, wenn man unter www.technorati.com eingibt: Du bist Deutschland.)


Werbefachleute und Pressefritzen, die die Du-Bist-Deutschland-Kampagne öffentlich kritisieren und für gescheitert erklären, bezeichnet von Matt als "Miesepeter":
Von den Werbekollegen, die sich in den Branchenblättern eifrig zu Wort meldeten. Viele von ihnen finden die Kampagne nutzlos, "weil Werbung doch nicht das gegeignete Mittel sein kann, eine Nation wirtschaftlich wieder nach vorn zu bringen". Nicht gut, wenn unsere Branche selber nicht mehr an die Kraft von Kommunikation glaubt.

Der selbsternannte Kommunikationsapologet wird in diesem Fall zum Opfer nicht verstandener, aber lauthals postulierter Kommunikationsprinzipien und wird dabei recht unsanft durch die Gassen getreten.
Werber - und hier ist Jean-Remy von Matt sicherlich keine Ausnahme - lernen es nie, oder ?